Virtuelle Koloskopie



Die Virtuelle Koloskopie ist eine CT-Untersuchung, bei der die Dickdarmschleimhaut auf Tumore oder Polypen hin untersucht wird.

Vorbereitung


Vor einer virtuellen Koloskopie sollte der Dickdarm möglichst vollständig entleert und "gesäubert" werden, weil Stuhlreste manchmal nur schwer von z.B. Polypen unterschieden werden können.
Hierzu wird vom überweisenden Arzt eine abführende Spülflüssigkeit verschrieben, die in den 24 Stunden vor der Untersuchung getrunken werden soll.

Untersuchungsablauf


Zunächst wird über eine Nadel am Arm ein Mittel zur "Ruhigstellung" des Dickdarmes gegeben (z.B. Buscopan).
Auf der Untersuchungsliege wird dann über ein kurzes Kunststoffröhrchen und eine kleine Handpumpe Luft durch den After in den Dickdarm eingebracht. Dies dient dazu, den Dickdarm möglichst vollständig zu entfalten, da in kollabierten Darmabschnitten die Schleimhaut nur sehr schlecht zu beurteilen ist.
Anschließend erfolgt in Rückenlage ein CT-Scan des Bauchraumes. Nach einer Sichtung der Bilder kann unter Umständen ein zweiter CT-Scan in Bauchlage erforderlich sein (z.B. wenn große Darmabschnitte durch Flüssigkeit gefüllt sind).
Während der Untersuchung ist eine intravenöse Kontrastmittelgabe in vielen Fällen sinnvoll, weil dies die Beurteilbarkeit sowohl der Schleimhaut als auch der übrigen Bauchorgane deutlich verbessert. Falls bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegen jodhaltige Kontrastmittel bekannt sein sollte, kann die virtuelle Koloskopie jedoch auch ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.
Nach der Untersuchung werden die gewonnenen Bilddaten sowohl zweidimensional als auch dreidimensional mit spezieller Software ausgewertet.

Strahlenbelastung


Die Strahlenbelastung ist meist die selbe wie bei einer "normalen" CT-Untersuchung des Bauches. Wenn ein zweiter Scan in Bauchlage nötig sein sollte (s.o.), ist die Strahlenbelastung etwas höher (allerdings nicht doppelt so hoch, weil der zweite Scan mit deutlich niedriger Dosis durchgeführt wird).

Vor- und Nachteile der virtuellen Koloskopie


Die Vorteile der virtuellen Koloskopie gegenüber der "normalen" Koloskopie (mit Schlauch-Endoskop) sind v.a. die Möglichkeit, die tieferen Wandschichten des Darmes und auch die übrigen Bauchorgane zu beurteilen, sowie die Erhebung einer Diagnose, wenn eine "normale" Endoskopie nicht möglich ist (z.B. bei einem Darmverschluss oder einem sehr stark gewundenen Dickdarm).
Als Nachteile sind v.a. die Strahlenbelastung und die fehlende Möglichkeit einer Probeentnahme zu nennen. Außerdem sind einige entzündliche Veränderungen der Schleimhaut nicht zu erkennen, die sich in der "normalen" Koloskopie durch eine alleinige Rötung der Schleimhaut zeigen.

Indikation zur virtuellen Koloskopie


Die virtuelle Koloskopie wird häufig durchgeführt, wenn eine "normale" Koloskopie nicht oder nur unvollständig möglich war. Unserer Meinung nach kann und soll die virtuelle Koloskopie die endoskopische Untersuchung nicht ersetzen, v.a. weil keine Probeentnahme möglich ist. So ist bei einem in der virtuellen Koloskpie gefundenen Tumor der Schleimhaut häufig eine anschliessende endoskopische Nachuntersuchung nötig, um Gewebeproben für die mikroskopische Diagnostik zu gewinnen.
Wie bei anderen CT-Untersuchungen wird die Indikation zur Virtuellen Koloskopie gerade bei jüngeren Patienten zurückhaltend gestellt.

Sind Sie sich unsicher, ob eine virtuelle Koloskopie bei Ihnen sinnvoll ist?
Rufen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne und können im Zweifelsfall auch mit Ihrem behandelnden Arzt Rücksprache halten.