Behandlung von schmerzhaften Knochenmetastasen

(Samarium- Therapie)


Samarium-153 ist ein Radionuklid, das u.a. zur Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen (Tochtergeschwülsten des eigentlichen Tumors im Skelett) eingesetzt wird.

Viele Patienten erhalten gegen diese Schmerzen stark wirksame Medikamente (z.B. Opiate), die häufig mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehen. Als wirksame und sehr gut verträgliche alternative oder auch zusätzliche Behandlungsmöglichkeit hat sich seit Jahren auch die Radionuklidtherapie mit Samarium-153 bewährt.

Samarium-153 wird als radioaktive Injektionslösung in eine Vene verabreicht. Es gelangt nach der Injektion in das befallene Knochengewebe und wird dort aufgenommen. Die vom Samarium-153 abgegebene Beta-Strahlung hat im Gewebe nur eine Reichweite von wenigen Millimetern. Nach der Anlagerung im betroffenen Knochengewebe wirkt sie nur im Bereich der Krebszellen, während das umliegende, gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.

Die Wirkung der Radionuklidtherapie setzt normalerweise drei bis sieben Tage nach der Injektion ein. Es ist daher sehr wichtig, dass anfänglich die bis dahin übliche (Schmerz-) Medikation aufrecht erhalten wird. Diese kann jedoch in der Regel im weiteren Verlauf deutlich reduziert werden. Bei 80% der Patienten kommt es zu einer signifikanten Schmerzreduktion. 25% der Patienten sind nach der Behandlung sogar ganz schmerzfrei.
Die Wirkung der Radionuklidtherapie mit Samarium-153 hält bis zu vier Monaten an, in Einzelfällen auch länger. Die Behandlung kann wiederholt werden.

Externe Links: www.knochenmetastasen-info.de, Broschüre

Durchführung der Therapie


Der Wirkstoff wird über die Armvene in den Blutkreislauf gespritzt. Ein hoher Prozentsatz lagert sich in den Metastasen an, der Rest wird über die Nieren ausgeschieden. Um diesen Ausscheidungsprozess zu unterstützen, sollten Sie vor und nach der Injektion viel Flüssigkeit trinken und anschließend so oft wie möglich auf die Toilette gehen. Am Tag nach der Behandlung wird durch eine 10 min lange Messung die korrekte Aufnahme des Wirkstoffs in die Metastasen überprüft.

Vorbereitung auf die Therapie


Vor der Behandlung muß eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung wird sichergestellt, dass die befallenen Knochen die Wirksubstanz auch wirklich anreichern.

Zusätzlich wird ein Blutbild erstellt, um sicher zu gehen, dass ausreichend Blutplättchen und weiße Blutkörperchen vorhanden sind. Wichtig ist auch eine ausreichend gute Nierenfunktion, da die nicht angelagerten Radionuklidreste innerhalb weniger Stunden mit dem Harn ausgeschieden werden.

Schwangere und stillende Frauen dürfen nicht behandelt werden.

Was ist zu beachten?


Sie brauchen für die Verabreichung von Samarium-153 nicht nüchtern zu sein. Sie brauchen auch nach der Therapie Ihre normale Kost nicht zu ändern. Samarium-153 beeinträchtigt nicht Ihre Fähigkeiten, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen. Die Injektion wird Sie auch in Ihren übrigen Aktivitäten nicht einschränken. Sobald die schmerzlindernde Wirkung einsetzt, werden Sie sogar feststellen, dass Sie wieder Dinge unternehmen können, die vorher zu schmerzhaft oder zu mühsam waren. Eine Heilung von der Krebserkrankung ist allerdings nicht zu erwarten, jedoch ist durchaus mit einer Verbesserung der Lebensqualität zu rechnen.
Nach der Behandlung muss in regelmäßigen Abständen das Blutbild kontrolliert werden, weshalb wir eng mit Ihrem behandelnden Onkologen zusammenarbeiten.