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CT-gesteuerte Infiltrationen



Für Schmerzsyndrome, die sich mit üblicher konservativer Therapie wie z.B. Krankengymnastik und Medikamenten nicht erfolgreich behandeln lassen, bietet die Interventionelle Radiologie spezielle Behandlungsverfahren an, die sich mit Hilfe bildgebender Techniken durchführen lassen:

  • die Periradikuläre Therapie (PRT, Behandlung der Nervenwurzel)
  • die Facetteninfiltration (Behandlung des kleinen Wirbelgelenks)


Verabreicht wird ein Cortison mit Langzeitwirkung, das die entzündlichen Veränderungen wie Schwellung und Durchblutungsstörung des Nervs behandelt. Zusätzlich verabreicht wird je nach Punktionsort ggf. ein örtliches Betäubungsmittel, das den Schmerz lindert, indem es die Empfindlichkeit des Nervs für Schmerzen vermindert.

Bei der Behandlung einer Nervenwurzel (PRT) erfolgt die Medikamentengabe am Austrittspunkt des Nerven aus dem Wirbelkanal (perineurale Injektion) und/oder im Wirbelkanal im sogenannten Periduralraum (epidurale Injektion). Mit Hilfe der Computertomographie (CT) wird die zielgenaue Verabreichung der Medikamente kontrolliert.

Bei der Facetteninfiltration wird eine Schmerzbehandlung der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) und ihrer näheren Umgebung durchgeführt. Mit Hilfe der Computertomographie (CT) werden die Medikamente zielgenau an die kleinen Wirbelgelenke gespritzt. Verabreicht wird auch hier ein Cortisonpräparat und ein örtliches Betäubungsmittel mit Langzeitwirkung. Wenn mit dieser Kombination ein Erfolg erzielt werden konnte, kann wenige Wochen später in einem wiederholten Eingriff eine geringe Menge hochprozentigen Alkohols an das Facettengelenk gespritzt werden, wodurch die Schmerzempfindlichkeit des Nervs für eine längere Zeit aufgehoben wird.

Während der Behandlung liegt der Patient in Bauchlage im Computertomographie-Gerät.
Nach Desinfektion der Haut am Rücken örtlicher Betäubung wird eine feine Kanüle (Injektionsnadel) in den Bereich des betroffenen Wirbelsegmentes eingeführt. Die Kanüle wird dann unter CT-Kontrolle schrittweise an die Nervenwurzel bzw. das betroffene Gelenk herangeführt.
Die korrekte Lage der Kanüle wird je nach Zielregion durch Einspritzen einer kleinen Menge Kontrastmittels bestätigt.
Der Eingriff erfolgt ambulant und dauert ca. 5 bis 15 Minuten. Sie können nach der Behandlung wieder nach Hause gehen, sollten aber von einer Begleitperson gefahren werden.

Um die Wirkung der Behandlung zu verbessern, empfehlen wir Bettruhe für 2 Tage nach der Injektion. Dabei ist es wichtig, dass Sie - wenn möglich - im „Stufenbett“ liegen, also mit angewinkelten, angehobenen Beinen, damit die Wirbelsäule entlastet wird.

In den meisten Fällen tritt schon nach der ersten Behandlung eine deutliche Besserung der Beschwerden ein, bei Restbeschwerden kann die Behandlung im Abstand von mindestens 2 Wochen wiederholt werden.